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Auf Entdeckungsreise zu den architektonischen Schätzen Samarkands

May 12, 2023, Von Mirzokhid Abdumurotov

Samarkand steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes, wird weltweit für seine reiche Kultur und Kunst gefeiert und hat viele der größten künstlerischen Köpfe der Geschichte inspiriert. Begleiten Sie uns auf einem Rundgang zu einigen der prächtigsten Baudenkmäler der Stadt.

Der Name Samarkand weckt Bilder von der alten Seidenstraße, von blauen Kuppeln, farbenprächtigen Fliesenarbeiten und weltoffenem Charme tief im Herzen Zentralasiens. Ein romantisches Bild, das sich dank einer Reihe gut erhaltener Baudenkmäler auch heute noch bei einem Besuch erleben lässt.

Die architektonischen Juwelen der Stadt haben die Zeit überdauert, Kriege und die Folgen der Revolution überstanden und verzaubern die Besucher heute noch genauso, wie sie es vor Jahrhunderten getan haben müssen. Jedes von ihnen hat einen besonderen Platz in den Herzen der Einheimischen. „[Diese Bauwerke] sind Teil unserer nationalen Identität und zeigen, welche Rolle wir in der Kultur Zentralasiens gespielt haben“, sagt der örtliche Lehrer Umid Porsaev. „Sie erinnern uns daran, wer unsere Vorfahren waren, wer wir sind und was wir anstreben.

Das Grabmal von Amir Timur

Um die historische Bedeutung Samarkands zu verstehen, lohnt ein Blick auf ihren berühmtesten Herrscher: Amir Timur. Im Westen als Tamerlan verewigt, wählte Timur die Stadt im 14. Jahrhundert zur Hauptstadt seines Reiches und bedachte sie mit reichlich Aufmerksamkeit und Schätzen. Während sein Vermächtnis in vielen Ländern von Krieg, Grausamkeit und Eroberung geprägt ist, wird er in Samarkand auch als Förderer verehrt – als der Mann, dem man zuschreibt, das Land zu seiner größten Blüte geführt zu haben.

Da passt es, dass eine der ersten großen historischen Stätten an der Straße vom Bahnhof in die Stadt Timurs Grabmal ist: das prunkvolle Gur-Emir, in dem er zusammen mit vielen seiner Nachkommen bestattet ist. Die prachtvolle Fassade und die blauen Kuppeln des Mausoleums wirken dank ihrer Farbenpracht fast märchenhaft. Im Inneren zeugen die Grabsteine, Nischen und die reiche Kalligrafie von der handwerklichen Meisterschaft jener Zeit.

Durch seine zahlreichen Eroberungen brachte Timur Reichtümer, Bücher und vieles mehr in die Stadt. „Samarkand war eine echte Hauptstadt, und [Timur] herrschte über ein riesiges Reich, das viele Länder umfasste“, erklärt die örtliche Reiseexpertin Aygul Khanum. „Er stammte aus einfachen Verhältnissen und stieg zu großer Macht auf; er war es, der die Stadt so großartig machte, wie sie war.“

Die Medressen am Registan-Platz

Samarkands Einfluss sollte den berüchtigten Emir Timur überdauern, denn seine Nachfolger verschönerten die Stadt weiter. Am Registan-Platz stehen drei gewaltige Medressen – so heißen im Islam sowohl weltliche als auch religiöse Bildungsstätten. Mit der atemberaubenden Vielfalt blauer Fliesen, die für diese Stadt so typisch ist, besitzt jede von ihnen türkisfarbene, meergrüne und himmelblaue Nischen, Kuppeln und Minarette.

Die Tilla-Kori-Medresse, die Scher-Dor-Medresse und die Ulugbek-Medresse waren die Universitäten ihrer Zeit – Stätten der Gelehrsamkeit, die Studenten und Denker von überall her anzogen. Die älteste am Platz, die Ulugbek-Medresse, wurde im 15. Jahrhundert von Mirza Ulugbek erbaut, dem Enkel Emir Timurs, der zugleich Astronom und Wissenschaftler war. Ihre reich verzierten Minarette ragen wie riesige Flöten empor, gegenüber dem beeindruckenden Iwan (gewölbte Halle) der Scher-Dor-Medresse, der mit dem Bild zweier Löwen geschmückt ist, die Hirsche jagen, während aus ihren Rücken Sonnen aufgehen. „Eine Deutung dieses Symbols bezieht sich auf die Studenten“, sagt Khanum. „Wie Sie sehen, verfolgt der Löwe den Hirsch – das soll die Studenten dazu anspornen, nach mehr Wissen zu streben.“


Moscheen und Mausoleen

Die Schätze Samarkands wurden von der UNESCO anerkannt und inspirieren Reisende bis heute; sie tragen den Stempel eines prachtvollen Erbes, das noch immer lebendig ist. Historische Moscheen und Mausoleen sind über die ganze Stadt verteilt, und jedes Bauwerk hat seine ganz eigenen Merkmale – von der gewaltigen Bibi-Chanum-Moschee bis zum Ruhabad-Mausoleum.

Die Nekropole Schah-i-Sinda, eine Reihe prächtiger, palastartiger Grabbauten, verbindet eine ergreifende Spiritualität mit einer opulenten Ästhetik, die sie einzigartig macht. Die weitläufige Anlage mit ihren Reihen historischer Mausoleen sprüht vor Farben und geometrischen Mustern, die den Inbegriff zentralasiatischer Kunst darstellen und lange im Gedächtnis bleiben. „Für uns sind diese Bauwerke unvergleichlich“, sagt Porseav. „Sie sind wie Schätze, die uns Einheimische mit Stolz erfüllen.“

Ismael David
24. März 2020

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